Der Markt für intelligente Überwachungssysteme wächst rasant, ebenso wie die Fähigkeiten der KI-unterstützten Systeme zur Personenidentifikation und Verhaltensanalyse. Durch Smart Surveillance sollen Stadtzentren und Kritische Infrastrukturen sicherer werden. Absolut zentral ist dabei die Cyber Security. Denn wenn Systeme und Daten in die falschen Hände geraten, können sie missbraucht werden. Was hierbei für Hersteller oder Betreiber von Überwachungssystemen wichtig ist, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.
Smart Surveillance geht heute weit über die klassische Videoüberwachung hinaus. In Smart Cities kommen Kameras, Sensoren und vernetzte Systeme zum Einsatz, um Personen- und Verkehrsströme zu analysieren, ungewöhnliche Situationen frühzeitig zu erkennen oder die Sicherheit an Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Kritischen Infrastrukturen zu erhöhen. Dabei werden zunehmend auch Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt und automatisiert ausgewertet.
Früher musste die Polizei das Videomaterial weitgehend manuell sichten. Heute können Internet of Things (IoT), Edge to Cloud-Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) grosse Datenmengen in Echtzeit verarbeiten. Durch Technologien wie Videoanalyse, Gesichtserkennung und Verhaltensanalyse lassen sich Muster und Anomalien automatisch erkennen. So wird aus dem einfachen Echtzeitbild ein leistungsfähiges Analyseinstrument, das Sicherheitskräfte bei der Lagebeurteilung unterstützt und in Echtzeit Hinweise für mögliche Interventionen liefern kann.
Smart Surveillance: Chancen und Gefahren
Dem globalen Markt für Videoüberwachungssysteme wird denn auch enormes Potenzial zugeschrieben. Schätzungen zufolge beträgt die jährliche Wachstumsrate aktuell rund 12 Prozent. Gründe dafür sind die stetig zunehmende Bevölkerungsdichte, steigende Sicherheitsbedenken und immer vielseitigere Anwendungsmöglichkeiten von KI.
Diesen Möglichkeiten gegenüber stehen Gefahren und ethische Bedenken. Smart Surveillance befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen Sicherheitsgewinn und Massenüberwachung. Was bedeutet es etwa, wenn jeder Bürger mittels intelligenter Gesichtserkennung immer und überall vom Staat erkannt und geortet werden kann?
Durch die vielen vernetzten Sensoren und Internetschnittstellen im IoT-Ökosystem steigt die Gefahr der Systemkompromittierung durch Cyber-Attacken und des Datenmissbrauchs. Kritiker warnen, dass die menschlichen Grundrechte verletzt werden könnten. Neben einer klaren Gesetzgebung ist der Schutz der Systeme und Daten deshalb besonders wichtig. Durch die Manipulation eines Kamerabilds über ein infiziertes Endgerät können Cyber-Kriminelle zum Beispiel die Datengrundlage der KI manipulieren und damit falsche Resultate erwirken.
Innovative Schweizer Drohnenindustrie
Dieses Bewusstsein ist umso wichtiger, als Videokameras bei weitem nicht mehr die einzigen Mittel zur Smart Surveillance sind. Auch Drohnen können in Gefahrensituationen wertvolle Informationen liefern – sie erkennen dank spezifischer Sensorik Gaslecks oder Brände, entdecken Risse an Autobahnbrücken oder überwachen Atomkraftwerke aus der Luft.
Die Schweiz zählt zu den international etablierten Standorten für Drohnentechnologie. Zwischen der ETH Zürich und der EPFL Lausanne hat sich ein leistungsfähiges Ökosystem aus Forschung, Start-ups und etablierten Unternehmen entwickelt, das mittlerweile weit über die beiden Hochschulstandorte hinausreicht. Die Anwendungen werden dabei zunehmend vielfältiger: Drohnen übernehmen Inspektions-, Vermessungs- und Überwachungsaufgaben, transportieren Güter oder werden für Rettungs- und Sicherheitsaufgaben eingesetzt. Gleichzeitig steigen mit der zunehmenden Vernetzung und Autonomie der Systeme die Anforderungen an eine sichere Integration in den Luftraum und an den Schutz vor Cyber- und anderen Bedrohungen.
Smart Surveillance-Produkte: «Security by Design»
Grundsätzlich gilt: Wer smarte Überwachungsgeräte herstellen und betreiben möchte, muss der Daten- und Gerätesicherheit höchste Priorität einräumen – und zwar von Anfang an. Wenn nach dem Prinzip «Security by Design» die Sicherheit von der Produktidee bis zur Ausserbetriebnahme der Geräte berücksichtigt wird, erhöht sich die Systemsicherheit, ohne die einzelnen Komponenten massiv zu verteuern. Beispielsweise dient ein sicherer Update-Mechanismus der Sicherstellung der Integrität, also der Unveränderbarkeit der geladenen Software. Im Code des Endgeräts umgesetzt, stellt er sicher, dass das Gerät ausschliesslich die vorgesehenen Funktionen ausführt.
Hersteller von Smart Surveillance-Produkten und -Systemen sollten sich überlegen, ob sie die spezifische Sicherheitskompetenz selber aufbauen möchten oder ob sie das Know-how von einem spezialisierten Partner beziehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer sich nur am Rand mit Sicherheitsthemen beschäftigt, wird viel investieren müssen, um diese Kompetenzen firmenintern zu entwickeln. Das kostet auch wertvolle Zeit, wodurch sich Marktreife und Lancierung der Produkte verzögern können.
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