Projekte im Rahmen des Internet of Things (IoT) sind komplex, weil sie oft viele Unterneh-mensbereiche betreffen. Erfolgreich ist nur, wer sich abteilungsübergreifend organisiert und beim Projektmanagement den Nutzen in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig eröffnet IoT Unternehmen die Chance, Prozesse neu zu denken, datenbasierte Entscheidungen zu tref-fen und sich langfristig wettbewerbsfähig zu positionieren. Wer strukturiert vorgeht und klare Prioritäten setzt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

Weniger Ausfallzeiten, höhere Produktivität und neue Umsatzmöglichkeiten: Es spricht viel dafür, das Thema IoT entschlossen anzugehen. Dennoch setzen erst 18 Prozent der Schweizer Unter-nehmen IoT produktiv ein – das zeigte 2025 eine Studie von MSM Research. Der stärkste Einsatz erfolgt demnach mit 76 Prozent in der Supply Chain und Logistik, wo IoT vor allem Lieferketten optimiert. 34 Prozent nutzen IoT im Rahmen von Industrie 4.0 und der Produktionsautoma-tisierung. Weitere 24 Prozent setzen Predictive Maintenance ein.

Die Erwartungen an IoT-Projekte sind klar: Rund die Hälfte der Unternehmen will damit ihre Pro-duktion und Prozesse stärker automatisieren. Etwa gleich viele streben eine höhere Kundenzu-friedenheit oder -bindung an. 45 Prozent hoffen auf neue Geschäftsfelder und mehr Innovation. Gleichzeitig zeigt sich, dass Unternehmen zunehmend auch strategische Vorteile erwarten – etwa durch bessere Datennutzung oder die Entwicklung neuer, digitaler Services.

Sicherheit muss an erster Stelle stehen

Parallel zeigt sich, dass viele Firmen noch Unterstützung brauchen: Am meisten Bedarf sehen die Befragten bei Sicherheit, Datenanalyse und strategischen Fragen. Die Umsetzung bleibt also anspruchsvoll.

Denn IoT-Projekte verändern nicht nur die Prozesse einer einzigen Abteilung, sondern die des gesamten Unternehmens. Häufig stellen sie gar das bisherige Geschäftsmodell infrage. Zudem bringen sie auch ganz neue Anforderungen an die Sicherheitsarchitektur mit sich, da durch die Vernetzung von Geräten und Maschinen neue Einfallstore für Cyber-Attacken entstehen. Si-cherheit sollte bei IoT-Projekten deshalb oberste Priorität haben und von Anfang an miteinbezogen werden. Dabei geht es nicht nur um den Schutz einzelner Geräte, sondern um ein ganzheitliches Sicherheitskonzept entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Datenerfassung bis zur Auswertung.

IT-Experten und Führungskräfte sind federführend

Durch die grosse Tragweite von IoT-Projekten ist deren Umsetzung unbestritten eine Führungs-aufgabe. Es ist wichtig, frühzeitig eine projektverantwortliche Person zu bestimmen, die die Fäden in der Hand hält und die Umsetzung abteilungsübergreifend steuert. Eine zentrale Rolle spielen CIO und Fachkräfte aus der IT-Abteilung. Aber auch Teamleiterinnen und Teamleiter müssen Mitarbeitenden und Kunden glaubhaft vermitteln, welche neuen Perspektiven durch IoT entstehen. Wie in jedem Change-Prozess sind bei der Kommunikation mit den Mitarbeitenden Emotionen im Spiel. Es gilt, ihnen ihre Ängste zu nehmen und die gesamte Belegschaft für das Projekt zu gewinnen. Erfolgreiche Unternehmen setzen dabei verstärkt auf interdisziplinäre Teams, die Fachwissen aus IT, Business und operativen Bereichen vereinen.

Prozesse über Technologie stellen

Nachdem die Verantwortlichkeiten geklärt sind, können die involvierten Personen an einem Tisch zusammenkommen. Bei den ersten Gesprächen steht der interne Nutzen im Mittelpunkt. Zu Beginn liegt der Fokus klar auf den Prozessen, die optimiert werden sollen. Diese Perspektive ist wichtig, um das Projekt zu definieren und die Unterstützung der Geschäftsleitung sicherzustellen. Zudem sollten sich die Verantwortlichen auf erste Basisservices im Unternehmen konzentrieren statt auf zu komplexe Gesamtsysteme. Die Planung soll aber einen stufenweisen Ausbau auf alle erkannten Bereiche ermöglichen. Diese schrittweise Vorgehensweise reduziert Risiken und erlaubt es, frühzeitig Erfahrungen zu sammeln und Erfolge sichtbar zu machen.

Wenn ein Unternehmen erstmals über IoT nachdenkt, kann es angesichts der unzähligen Mög-lichkeiten überfordert sein. Den richtigen Ansatzpunkt zu finden, ist oft die grösste Herausforde-rung. Es gilt, die bestehenden Angebote auf ihr Potenzial hinsichtlich IoT zu untersuchen und einen geeigneten Use Case zu identifizieren, der beim ersten Projekt im Mittelpunkt stehen soll. Ein klar abgegrenzter Anwendungsfall erleichtert die Priorisierung und schafft eine belastbare Grundlage für weitere Ausbauschritte.

Ziele, Termine und Budget definieren

Auch bei IoT-Projekten behalten die bewährten Prinzipien des Projektmanagements ihre Gültig-keit. Wie bei jedem Projekt gilt es daher, frühzeitig Projektumfang, Ziele, Termine und Budget zu definieren.

Die Verantwortlichen sollten schon vor dem Start darüber nachdenken, welche Ziele sie mithilfe des IoT-Projekts erreichen wollen, zum Beispiel beim Umsatz oder der Produktentwicklung. Schliesslich sollen sich die Zeit, Kosten und der Aufwand für die Umsetzung langfristig auszahlen. Um die Profitabilität des Projekts aufzuzeigen, ist es zentral, den Return on Investment (ROI) klar darzustellen. Nur so kann die Geschäftsleitung für das Thema gewonnen und das nötige Budget gesprochen werden. Transparente Kennzahlen und regelmässige Erfolgsmessungen helfen zudem, das Projekt auf Kurs zu halten und bei Bedarf rechtzeitig Anpassungen vorzunehmen.

Strategie auf Kundennutzen ausrichten

IoT-Projekte haben das Potenzial, Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle zu verändern. Vor allem aber beeinflussen sie das Kundenerlebnis. Darum ist neben dem internen Nutzen auch der externe Nutzen entscheidend. Ein klarer Kundenvorteil, der auf Resonanz stösst, ist zentral. Im Mittelpunkt steht daher stets die Frage: Welchen Mehrwert bietet das IoT-Projekt unseren Kundinnen und Kunden?

Die Investitionen amortisieren sich im laufenden Betrieb. Somit gilt: Klein beginnen und die IoT-Plattform schrittweise erweitern. Bei der Strategiefindung kann es hilfreich sein, einzelne Hand-lungsfelder zu identifizieren und zu bewerten, welchen Effekt die einzelnen Massnahmen haben und wie schnell sie sich umsetzen lassen. So entsteht eine praxisnahe Roadmap, die sowohl kurzfristige Erfolge als auch langfristige Perspektiven berücksichtigt.

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